Blasmusik Openair Mörschwil | 20.06.2026
- Lotti Kobel

- vor 19 Stunden
- 4 Min. Lesezeit
Von einem Tag wie gestern träumen Open-Air Veranstalter bei der Planung ihres Events.
Strahlend blauer Himmel, der mit der Sonne um die Wette strahlt, ein gut gelauntes, zahlreiches Publikum und viele musikalische Highlights.
Wie alle andern Musikvereine hatten wir 30 Minuten zur Verfügung, um Ausschnitte aus unserm Programm zu präsentieren. Aber bevor wir mit der Darbietung starten konnten, mussten wir erstmal auf das Festgelände gelangen.
Ich wusste, dass das letzte Wegstück sehr steil war und packte deshalb mein Instrument in einen Rucksack, um zumindest den Transport zu erleichtern. Auch wenn dieses Wegstück im Schatten verlief, kamen wir, Brigitte, Mirjam und ich, doch recht ins Schwitzen und ich überlegte, dass wohl die meisten mit schweren Instrumenten im nächsten Leben das Spielen des Piccolos erlernen.
Beim Eingang war bereits Jacqueline bereit, die uns unsere Instrumente abnahm, damit wir uns schon beim Helferpoint melden konnten.
Danach suchten wir den Eingang zum Instrumentendepot, um unsere Utensilien in den Schatten zu bringen. Dieses Depot war genial organisiert und eingerichtet. Jeder Verein hatte seinen klar gekennzeichneten Platz. Es war wohl etwas eng, aber wir kamen ganz gut zurecht damit. Dann hiess es, auf unsern Materialtransporter zu warten. Und wo macht man das am besten – logisch, im Bierzelt. Automatisch versammelten sich die eingetroffenen Stadtmusikantinnen und – musikanten im Schatten dieses Zeltes, um wenigstens ein my an Abkühlung zu geniessen. Wobei unser Tenue natürlich nicht ganz unschuldig an den diversen Schweissausbrüchen war. Dunkles Hemd, dunkle Hose – nicht gerade hitzefreundlich. Anderseits muss man sagen, dass wir wohl der einzige Verein waren, der in einem kultivierten Tenue auftrat. Einige nannten das overdressd, aber wir machen ja nicht nur Musik, wir vermitteln auch einen visuellen Eindruck.
Natürlich haben wir uns so spasshalber überlegt, ob man das ändern könnte. T-Shirt und kurze Hose als Alternative? Ich habe mir aber diverse Musikantinnen und Musikanten in eben diesem Tenue angesehen und kam zum Schluss, dass kurze Hosen nicht jedermanns oder -fraus Sache sind. Vielleicht wären leichte Hosenröcke für die Musikantinnen und knielange, kurze Hosen für die Musikanten eine Lösung?
Aber dann war es Zeit unser Material zur Schlossbühne zu transportieren und uns im gewohnten Rahmen einzurichten, dadurch erledigte sich die Tenuefrage.
Auf einer saunaartigen Bühne warteten wir, bis die Formation Sound Brausä auf der gegenüberliegenden Seebühne ihre Darbietung abschloss. Mit viel Elan und Spielfreude legten wir los. Guido hatte vorgängig gemeint, dass wir wohl nicht gross piano spielen müsste, war doch die Lautstärke der Gespräche des Publikums im höheren Dezibelbereich. Und so musizierten wir 30 Minuten ohne Pause und unterhielten das Publikum mit den geprobten, animierenden Melodien. Es war wirklich toll zu erleben, wie sich die Zuhörenden auf unsere Musik einliessen und Begeisterung zeigten. Wobei das Spielen nicht immer einfach war, rutschten doch die verschwitzten Finger immer wieder von den Klappen, tropfte der Schweiss in die Augen und machte sich zunehmend Durst bemerkbar. Aber das alles hielt uns nicht davon ab, wie gewohnt, unser Bestes zu geben.
Allerdings waren wir nach diesen 30’, im wahrsten Sinne des Wortes, in Schweiss gebadet. Ich mache ja schon lange Musik, aber ich habe noch nie erlebt, dass sämtliche Kleidungsstücke nach einem Konzert mehr als feucht waren. Zum Glück wohne ich nicht weit vom Festgelände entfernt, so dass ich eine Dusche vor dem Helfereinsatz geniessen konnte.
Nach diesen schweisstreibenden Minuten brauchten wir alle eine Verschnaufpause mit einem kühlen Getränke, dem Austausch mit Besucherinnen und Besuchern auf dem Festgelände und dem Genuss weiterer musikalischer Darbietungen.
Nur unser Dirigent genoss die wohlverdiente Ruhe auf der leeren Bühne. Er hat ja immer einen anstrengenden Job, aber heute wars sogar klimatisch anstrengend. Darum ganz herzlichen Dank dir Guido, für dein Engagement, deinen Einsatz und die schönen Bilder, die du während des Konzerts machen konntest.
Im 2.Teil unseres Einsatzes waren helfende Hände an den verschiedensten Orten gefragt. 30 Stadtmusikantinnen und Musikanten hatten sich für diese freiwilligen Einsätze angemeldet. Dazu gehörte die Eintrittskontrolle, der Bierausschank und das Richten von Kaffee. Ich hatte die Idee, dass ich während dieses Einsatzes die angekündigten musikalischen Darbietungen ebenfalls geniessen könnte. Dem war aber nicht ganz so.
Bei der Bar, bei der ich eingeteilt war, waren immer eine Menge Besucher vor Ort, die sich, der Lautstärke der Musik anpassend, ebenso lautstark unterhielten. So habe ich leider das Konzert der Pocketful of Brass nur bruchstückhaft gehört. Das war wirklich schade.
Dafür weiss ich jetzt, wie man einen Kaffee Lutz zubereitet. Wobei es mir immer noch rätselhaft ist, wie man so etwas trinken kann. Aber jedem das Seine….
Müde, aber zufrieden nach diesem eindrücklichen, vielfältigen und schönen Tag machte ich mich auf den Heimweg und freute mich auf die Ruhe meiner Wohnung.
Heute nun sind viele Jungmusikantinnen und – musikanten vor Ort, was bestimmt den Besucherinnen und Besuchern viele tolle Hörmomente beschert.
Doch ich bleibe lieber auf meinem kühlen Balkon, mit einer wunderbaren Sicht auf den See und schreibe einen Bericht.
Zum Schluss möchte ich der Bürgermusik Mörschwil, ich denke im Namen aller Musikantinnen und Musikanten, ein riesen Kompliment machen. Ihr habt mit eurem grenzenlosen Einsatz einen tollen Event auf die Beine gestellt. Alles hat perfekt geklappt – einfach super. Nun wünschen wir euch allen gute Erholung und wer weiss, vielleicht ein andermal.
Wer Zeit und Lust hat, kann uns nächsten Dienstag, den 23.Juni, beim Kornhaus treffen. Besucherinnen und Besucher können nicht nur Musik hören, sondern Sie können sich auch am Grillstand verpflegen. Etwas zu trinken kann man auch erwerben – ist wichtig bei dieser Wärme.
Wir freuen uns auf Ihren Besuch und werden Sie gerne unterhalten.





























































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