Abschied von Arthur Dietrich 1939 – 2021†



Wer war Arthur (Thury) Dietrich?


Ich durfte Thury als Musiker, Mensch, und Freund während 50 Jahren in der Stadtmusik Rorschach erleben. Viele interessante, lehrreiche, gemütliche und natürlich auch lustige Stunden haben wir zusammen verbracht. Thury wuchs in Rorschach, im ehemaligen «Franziskaner» auf, zusammen mit seinen Schwestern Marlene und Erna.

Sein Vater Gottfried (Göpf) war ebenfalls Klarinettist in der Stadtmusik Rorschach und hat wahrscheinlich seinem Sohn Thury das Klarinettenspiel schmackhaft gemacht. Über 60 Jahre blieb er diesem Instrument treu, mit einem kurzen Abstecher zum Saxophon. Und für 60 Jahre Stadtmusik Rorschach wurde er vom St. Galler Blasmusikverband zum Kantonalen Ehrenjubilar ernannt.



Ein Jubiläumsgeschenk machte er sich gleich selber und komponierte den Marsch «60 Jahre Stamuro» für die Stadtmusik Rorschach.

Es gab eine Zeit, da waren sein Vater Göpf, die Töchter Claudia und Regula und die Nichte Manuela mit von der Partie. Thury war auch Mitglied der Musikkommission.

Er war ein vielseitiger Musiker. Seine Leidenschaft galt aber dem Dixieland. 1973 entstand unter seiner Leitung die vereinsinterne Dixielandband «Dixie-Seven», wo ich zuerst als Schlagzeuger und später mit dem Baritonsaxophon mitspielen durfte. Auch spielte er in der kleinen Besetzung der Stadtmusik, die Dorfmusik, mit und gab Gastspiele beim Ostschweizer Blasorchester. Wenn es um Musik ging, konnte man Thury rufen und er war zur Stelle.

Dazu kamen natürlich noch die Stunden nach den Proben und Konzerten. Seine Sprüche am Wirtshaustisch waren legendär und lösten jeweils grosses Gelächter aus. Auf dem Heimweg gab es für Thury meistens noch einen Abstecher ins «Statiönli» in der Schwendi.



Thury war gelernter Mechaniker und einige Jahre als Monteur unterwegs. Bis zu seiner Pensionierung war er bei Saurer in Arbon angestellt, als Fachmann für die Qualitätssicherung.


Thury war aber auch ein Familienmensch. 1963 heiratete er Ursi Raggenbass, welche ihm zwei Töchter schenkte, Claudia und Regula. Die Familie Dietrich reiste viel, in der Schweiz, Europa, Amerika, Afrika. Wandern gehörte, wie Joggen, zu Thury’s Ausgleichsdisziplinen, neben der Musik. Mit über 60 Jahren bezwang er den Kilimandscharo.



Während der letzten zwei Jahre hatte Thury mit einer heimtückischen Krankheit zu kämpfen.

Spitalaufenthalte, Operationen und Therapien musste er über sich ergehen lassen. Seine Kräfte liessen nach und am Morgen des 8. Dezembers ist seine Klarinette für immer verstummt.


Ein grossartiger, hilfsbereiter und fröhlicher Mensch, Musiker und Freund ist nicht mehr. Thury, die Rorschacher Stadtmusikantinnen und -musikanten werden Dich in dankbarer Erinnerung behalten.

Urs Thür

Ehrenpräsident


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